Lackiererei & Nasslack-Prozesse

Lackkoagulierung: weniger Schlammprobleme, stabilerer Austrag.

Koaguliermittel, Flockung, Dosierung, Wasserqualität und Austrag werden auf das eingesetzte Lacksystem und die vorhandene Kabinentechnik abgestimmt.

Nasslackieranlagen

Overspray entkleben, austragen und das Kabinenwasser stabil halten.

In wasserberieselten Spritzkabinen wird Lack-Overspray zum Betriebsproblem, wenn Partikel klebrig bleiben, Ablagerungen bilden, stark schäumen oder sich nicht kontrolliert austragen lassen. Das Koaguliersystem muss zu Lack, Wasser, Kabine und Austragstechnik passen.

Entklebung

Lackpartikel so konditionieren, dass Klebrigkeit und Ablagerungen in Kabine, Leitungen und Austrag reduziert werden.

Flockenbildung

Eine belastbare Schlammstruktur für Flotation, Austragsgerät oder nachgeschaltete Entwässerung aufbauen.

Wasserstabilität

pH-Wert, Härte, Leitfähigkeit, Schaum und mikrobiologische Belastung im Kreislauf kontrollieren.

Lackkoagulierung passend zu Lacksystem und Anlage

Lösemittelhaltige Lacke, Wasserlacke, Klarlacke und wechselnde Farbsysteme reagieren unterschiedlich. Eine tragfähige Lösung entsteht deshalb nicht durch die pauschale Erhöhung der Dosierung, sondern durch die abgestimmte Kombination aus Koaguliermittel, Flockungshilfsmittel, Entschäumer, Wasserführung und Austrag.

Typische Probleme in Lackierereien

  • klebriger oder schwer austragbarer Lackschlamm
  • Ablagerungen an Kabinenwänden, Leitungen und Pumpen
  • starke Schaumbildung und schwankender pH-Wert
  • schlechte Flotation oder hohe Restfeuchte im Schlamm
  • hoher Chemikalienverbrauch ohne stabile Wirkung
  • Belastungen beim Übergang in die Abwasserbehandlung

Technische Bewertung statt Dosieren nach Gefühl

Vor Ort werden Lackeintrag, Umlaufwasservolumen, Dosierstellen, Reaktionszeiten, Wasserqualität, Austragsprinzip und Schlammverhalten bewertet. Labor- oder Bechertests ergänzen die Anlagenaufnahme.

Koagulierprozess

Vier Faktoren entscheiden über einen sauberen Austrag.

1

Lack und Wasser

Lackchemie, Wasserhärte und Kreislaufbelastung bestimmen die Reaktion.

2

Entklebung

Koaguliermittel am richtigen Punkt und in passender Menge dosieren.

3

Flockung

Schlammstruktur auf Flotation und Austragstechnik abstimmen.

4

Kontrolle

pH, Schaum, Austrag, Schlamm und Wasserzustand regelmäßig bewerten.

Verwandte Prozessbereiche

Die Ursache liegt oft an der Schnittstelle.

Wasserqualität, Chemie, Anlagenführung und Abwasser beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb werden die angrenzenden Bereiche bei der Analyse mitgedacht.

Häufige Fragen

Fragen zu Lackkoagulierung

Welches Koaguliermittel passt zu welchem Lack?

Die Auswahl hängt von Lackchemie, Wasserqualität, Eintrag, Kabinensystem und Austragstechnik ab. Ein Becher- oder Anlagentest ist belastbarer als eine pauschale Produktauswahl.

Warum bleibt Lackschlamm klebrig?

Mögliche Ursachen sind unpassende Chemie, falsche Dosierstelle, zu geringe Reaktionszeit, wechselnde Lacke, ungeeigneter pH-Wert oder eine hohe organische Belastung im Umlaufwasser.

Wie lässt sich Schaumbildung in der Lackkabine reduzieren?

Zuerst sollten Wasserstand, Lufteintrag, Pumpen, Reinigereintrag, Dosierung und mikrobiologische Belastung geprüft werden. Entschäumer kann helfen, ersetzt aber keine Ursachenanalyse.

Den Prozess vor Ort bewerten lassen.

Sie erhalten eine klare Einschätzung zu Ursache, Messwerten und den nächsten sinnvollen Schritten.

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