Eine unterkonzentrierte Emulsion ist kritischer als eine zu hohe: Sie verliert schneller ihren Korrosionsschutz und ihre biologische Stabilität – oft sind kurze Standzeiten oder Rostansätze an Bauteilen die ersten sichtbaren Folgen.
Warum sinkt die Konzentration?
- Nachsatzkonzentration zu niedrig. Beim automatischen oder manuellen Nachsetzen wird zu wenig Konzentrat zugeführt, sodass sich das System schleichend verdünnt.
- Konzentratfass unbemerkt leergelaufen. Ohne Füllstandskontrolle am Konzentratbehälter läuft die Dosierpumpe bei leerem Fass praktisch nur noch Wasser nach.
Sofortmaßnahmen
- Mit erhöhter Konzentration nachsetzen, um den Zielwert zügig wieder zu erreichen – nicht abrupt auf einen Schlag, sondern kontrolliert über mehrere Messungen.
- Konzentratstand kontrollieren. Prüfen, ob das Fass tatsächlich noch ausreichend gefüllt ist und die Dosierpumpe korrekt fördert.
- Korrosionsschutz und Biostabilität beobachten. Nach einer Phase der Unterkonzentration lohnt sich eine zusätzliche Kontrolle auf beginnenden Rost oder Geruchsbildung, da beide Risiken in dieser Phase ansteigen.
Wie Sie einer erneuten Unterkonzentration vorbeugen
- Füllstandsanzeige oder -alarm am Konzentratfass nachrüsten
- Nachdosierkonzept regelmäßig gegen den tatsächlichen Verbrauch abgleichen
- Bei automatischer Dosiertechnik: Kalibrierung der Pumpe in festen Intervallen prüfen
Wann sich eine Prozessberatung lohnt
Wiederkehrende Unterkonzentration trotz Kontrolle deutet meist auf ein grundsätzliches Problem in der Dosiertechnik oder im Nachsatzkonzept hin – eine einmalige Vor-Ort-Analyse ist hier oft wirtschaftlicher als wiederholtes manuelles Nachkorrigieren.


