Schaum im Kühlkreislauf ist mehr als ein optisches Ärgernis: Er kann Pumpen zum Trockenlaufen bringen, die Kühlwirkung an der Bearbeitungsstelle verschlechtern und im schlimmsten Fall zu einem Anlagenstillstand führen.
Warum schäumt Kühlschmierstoff?
- Konzentration zu hoch. Überschüssige Tenside im System begünstigen Schaumbildung, insbesondere bei starker Bewegung des Kühlschmierstoffs.
- Reinigereintrag, Luftzug oder niedrige Wasserhärte. Fremdstoffe wie Reinigungsmittel senken die Oberflächenspannung zusätzlich, Luftzug durch Rückläufe oder Kanten sorgt für mechanischen Lufteintrag, und weiches Wasser begünstigt Schaum stärker als hartes.
- Instabilität durch falsches Ansetzen oder Biologie. Wird die Emulsion nicht korrekt angesetzt (z. B. Konzentrat ins Wasser statt umgekehrt) oder ist bereits eine mikrobielle Belastung vorhanden, neigt sie zusätzlich zum Schäumen.
Sofortmaßnahmen
- Füllstand erhöhen und Pumpen prüfen. Ein zu niedriger Füllstand verstärkt die Verwirbelung und damit die Schaumbildung; Pumpen auf Lufteintrag durch undichte Ansaugleitungen kontrollieren.
- Entschäumer als Soforthilfe einsetzen. Ein geeigneter Entschäumer kann akuten Schaum kurzfristig zurückdrängen, behebt aber nicht die Ursache.
- Wasserhärte und Konzentration bewerten. Beide Werte prüfen, um festzustellen, ob die eigentliche Ursache in der Ansatzqualität liegt.
Wie Sie Schaumbildung dauerhaft vorbeugen
- Emulsion immer nach Herstellervorgabe ansetzen (Konzentrat in Wasser einrühren, nicht umgekehrt)
- Fremdeintrag von Reinigungsmitteln in den Kühlkreislauf vermeiden
- Bei weichem Wasser: Wasserqualität und ggf. eine angepasste Produktauswahl mit einem Prozessberater abstimmen
Wann sich eine Prozessberatung lohnt
Wiederkehrende Schaumbildung trotz korrekter Konzentration und Entschäumereinsatz ist meist ein Zeichen, dass Wasserqualität, Anlagentechnik und eingesetztes Produkt nicht optimal zusammenpassen – das lässt sich am zuverlässigsten in einer gemeinsamen Vor-Ort-Analyse klären.


